Von der Leyen beerdigt Equal Pay
"Wenn eintritt, was sich nach Presseberichten andeutet, verfestigt Ursula von der Leyen mit diesem Gesetzentwurf zur Leiharbeit den Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt und beerdigt das Prinzip ‚gleicher Lohn für gleiche Arbeit'.", so Jutta Krellmann zu den aktuellen Meldungen über den seit Monaten angekündigten Gesetzentwurf der Bundesarbeitsministerin. Die Sprecherin für Arbeit und Mitbestimmung der Fraktion DIE LINKE weiter:
"Für die meisten Leiharbeitsbeschäftigten wird sich nichts ändern. Angesichts der Zustände auf dem Arbeitsmarkt sind die Vorschläge von der Leyens reine Augenwischerei. Wieder einmal knickt die Bundesregierung auf Kosten der Beschäftigten vor Wirtschaftsinteressen ein. Auch mit dem Gesetzentwurf ist dem Missbrauch von Leiharbeit für die Spaltung der Belegschaften und für Lohndumping weiterhin Tür und Tor geöffnet. Von der Leyen will die Gleichbehandlung von Leiharbeits- und Stammbeschäftigten nur für diejenigen, die vorher schon mal regulär im Entleihbetrieb angestellt waren. Unternehmen wie Schlecker stellen jetzt einfach neue Beschäftigte mit tariffernen Niedriglöhnen ein.
Es bleibt zu prüfen, ob der Gesetzentwurf mit den Vorgaben der EU konform ist. Will man ernsthaft verhindern, dass Leiharbeitsbeschäftigte zu Arbeitnehmern zweiter Klasse degradiert werden, muss in jedem Falle gelten: Equal Pay ab dem ersten Einsatztag und ohne Ausnahme, Begrenzung der Verleihdauer auf drei Monate und mehr Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte. Nur so kann Leiharbeit wirkungsvoll begrenzt werden. Hierfür wird sich die Fraktion DIE LINKE im Bundestag weiter stark machen."
Die Wende beginnt unten
Zur Bedeutung der Betriebs-, Kommunal- und Landespolitik für programmatische Debatten inner- und außerhalb der Partei DIE LINKE
von Manfred Sohn
Der erste Entwurf eines neues Parteiprogramms für die Partei DIE LINKE hat einen Ausgangs- und einen Zielpunkt, die zusammen eine Klammer um alle Teile der nach wie vor zersplitterten Linken in Deutschland bilden sollten: Als Ausgangspunkt aller unserer Bestrebungen definiert er, dass die jetzt und hier Handelnden in der "schwersten kapitalistischen Wirtschaftskrise seit 1929" leben. Zur Überwindung dieser tiefen Krise markiert er nach der Nennung konkreter Zielpunkte gleich im ersten Absatz zu ihrer Erreichung das grundlegende Ziel der Systemüberwindung: "Um das zu erreichen, brauchen wir ein anderes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem: den demokratischen Sozialismus".
Wenn sich Ausgangsanalyse und Zielbestimmung nicht noch ändern, wird dies, da beißt keine Maus den Faden ab, das Programm einer systemüberwindenden Partei, die laut verkündet, dass sie sich mit dem Kapitalismus niemals abfinden wird.
Die Schwierigkeiten dieses Marsches aus dem Kapitalismus heraus zum Sozialismus sind gewaltig und sie sind von Kräften, die zum Glück von links diese Partei kritisch beäugen, selbst so beschrieben worden: "Auch wenn der Marxismus als Theorie und der Sozialismus als Gesellschaftsmodell an Resonanz gewonnen haben - der große Bruch mit der kapitalistischen Unordnung ist kurzerhand nicht machbar. Aber die Leute wollen wissen, was aktuell an sozialreaktionären Schandtaten zu verhindern, was an Verbesserungen der Lebenslage durchzusetzen ist."1
Die ersten Debattenbeiträge zur Programmdebatte inner- und außerhalb der Partei DIE LINKE haben sich konzentriert auf die sogenannte Regierungsfrage. Verstanden wird bei aller Unterschiedlichkeit verschiedener Wortmeldungen darunter die Frage, ob die Partei denn nach den Bundestagswahlen 2013, wenn die dabei entstehenden Mehrheitsverhältnisse es zuließen, eine mögliche Neuauflage der Schröder/Fischer-Koalition tolerieren oder sogar Teil einer solchen Koalition werden sollte.
Diese Frage ist, wenn an den oben zitierten Ziel festgehalten werden soll, steril und wirklichkeitsfremd. Sie wird vor allem von außen zugespitzt vielleicht auch deshalb so hartnäckig vorgetragen, weil sie ablenkt von den Voraussetzungen, die erst zu schaffen sind, bevor sich diese Frage überhaupt stellt.
Zum Bericht des Arbeitgeberverbandes NiedersachsenMetall über die Ausbildungsplatzsituation in Niedersachsen erklärte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Ursula Weisser-Roelle:
„Es freut mich, wenn die Unternehmen mehr Ausbildungsplätze anbieten. Doch die Statistik des Arbeitsgeberverbandes NiedersachsenMetall, wonach 250 Metallunternehmen 940 Plätze vorhalten, hat fast keine Aussagekraft für die landesweite Situation. Die Agentur für Arbeit hat für den Fertigungsbereich landesweit etwa 17.000 Ausbildungsstellen erfasst - bei mehr als 22.000 Bewerbern. Wir haben also nach wie vor einen Lehrstellenmangel in diesem Sektor. Insgesamt suchen immer noch etwa 20.000 Jugendliche in Niedersachsen einen Ausbildungsplatz. Wenn die Wirtschaft ihrer Verpflichtung zur Ausbildung nicht ausreichend nachkommt, muss die Politik handeln. Wir fordern eine Umlagefinanzierung: Unternehmen, die nicht ausbilden, sollen zahlen. Und wer ausbildet, der profitiert.“
Tarifeinheit - Keine Einschränkung des Streikrechts akzeptieren!
Erklärung des BundessprecherInnenrates vom 02.09.2010
Ende Juni hat das Bundesarbeitsgericht den Grundsatz der Tarifeinheit (ein Betrieb - ein Tarifvertrag), der jahrelang angewendet wurde, für nichtig erklärt.
Damit wurde schlagartig deutlich, dass die Debatte, wie Tarifmacht erhalten oder wieder hergestellt werden kann, dringend geführt werden muss.
Mit der am 4. Juni 2010 veröffentlichten gemeinsame Initiative von DGB und BDA wird diese
notwendige Diskussion nicht befördert.
Diese Erklärung birgt dagegen Gefahren:
- Wenn zu Beginn der Kampagne "Gerecht geht anders" die Gemeinsamkeit mit den
Arbeitsgeberverbänden betont wird, hilft dies nicht bei der Mobilisierung.
- Wenn die Frage der Tarifeinheit bewusst in die Hand schwarzgelber Gesetzgebungsmaschinerie gegeben wird, besteht die enorme Gefahr erheblicher Nachteile
für gewerkschaftliche Tätigkeit.
Für uns als LINKE kommt keine Einschränkung des Streikrechts in Frage, sondern nur eine
Ausweitung. Dementsprechend werden wir keine Hand reichen für die Einschränkung des
Streikrechts. Für wen und welche Organisation auch immer. Wir brauchen im Gegenteil die
Ausweitung des Widerstandsrechtes, wir brauchen eine definitive Klarstellung, dass auch ein
politischer Streik in Deutschland legal ist.
Wir lehnen das gemeinsame DGB/BDA-Papier, insbesondere die darin beschriebene erweiterte Friedenspflicht, ab.
BundessprecherInnenrat der AG Betrieb & Gewerkschaft
Barbara Borchardt, Gerald Kemski, Heidi Kloor, Mike Lätzsch, Michael Schlecht, Holger Vermeer, Ursula Weisser-Roelle, Sabine Wils
RLS: Internationale Konferenz Auto.Mobil.Krise in Stuttgart
Vom 28.10. bis 30.10.2010 findet in Stuttgart die internationale Konferenz Auto.Mobil.Krise. statt. Hier das aktuelle Programm.
Es beginnt mit einer langen Autonacht. Und dann geht es zwei Tage und Abende weiter. Wir fragen, wohin die angestrebte Verdopplung der PKW-Zahl weltweit führen wird, warum die Verlagerung von Produktion und Absatz in die USA und Asien keine Krise verhindert und weshalb Elektroautos kein Allheilmittel sind.
Es geht um Beschäftigungssicherung und Gute Arbeit, Ökologie und E-Autos, eine neue postfossile und sozial gerechte Mobilität, um Konversion und Wirtschaftsdemokratie, Bahn für Alle und Daimler, Klimagerechtigkeit und die «United States of Automobiles», die «Stadt ohne Auto?» und das «Auto im Kopf». Wir wollen eine linke ökologisch-soziale Reformalternative. Natürlich verlangt das Ganze die Perspektive einer nachhaltigen Veränderung der Struktur des Kapitalismus, der schließlich den Krisenschlamassel der letzten zwei Jahre über uns gebracht hat!
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Für gewerkschaftlich orientierte Politik in der LINKEN streiten
"Gesellschaftliche Veränderungen sind nur mit Unterstützung der Beschäftigten und ihrer ökonomischen Interessenvertretung, den Gewerkschaften möglich", sagte Werner Dreibus auf dem Landestreffen der LAG betrieb&gewerkschaft Niedersachsen am Samstag.. Für DIE LINKE bedeute dies, wo nötig Kritik an der gewerkschaftlichen Krisenbewältigungspolitik zu formulieren, aber dabei ein positives Verhältnis zu den Gewerkschaften zu wahren. Allerdings - dies räumte der bisherige gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag - ein, manche in der Partei hätten hinsichtlich der Notwendigkeit gewerkschaftlich orientierter Politik Beratungs- und Diskussionsbedarf.
Im Verhältnis zwischen Gewerkschaften und SPD sei nun eine neue Plase erreicht. Die SPD rudere in der Opposition scheinbar nach links. Diese Veränderung müsse DIE LINKE Ernst nehmen und als Chance auch nutzen. In den nächsten Wochen komme es darauf an, die dezentralen gewerkschaftlichen Protestaktionen der Beschäftigten gegen das Sparpaket der Regierung Merkel/ Westerwelle zu unterstützen. "Nutzt den September für Information und Diskussion und den Oktober und November für die Mobilisierung zu den Protestaktionen", so Werner Dreibus.
Hans-Jürgen Urban: „Wir waren schon mal weiter“
IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban über die Herbstproteste des DGB, die Notwendigkeit eines sozial-ökologischen Umbaus und das Problem, dafür Mehrheiten zu finden
Der Freitag: Die Griechen streiken, die Franzosen gehen auf die Straße, in Spanien wird die Arbeit niedergelegt. Als deutscher Gewerkschafter müssen sie bestimmt neidisch sein.
Hans-Jürgen Urban: Neidisch bin ich nicht. Auch wenn es hierzulande noch eigentümlich windstill ist, der Schein der absoluten Ruhe trügt. Es brodelt, in den Betrieben und bei Arbeitslosen, prekär Beschäftigten und Familien, die sich die Politik als erste Opfer ihrer „Krisenbewältigung“ ausgesucht hat. Was die Gewerkschaften angeht: Wir haben DGB-weit für den Herbst Aktionen in Vorbereitung. Und das wird mehr als eine Demonstration am Samstagnachmittag.
Aber warum erst im Herbst?
Es herrscht noch Unsicherheit über die Perspektiven des Protestes. Es muss noch intensiver über die fatalen Folgen der Regierungspolitik aufgeklärt und über geeignete Gegenstrategien diskutiert werden. Es geht um das geplante Kürzungspaket der Bundesregierung, um die ordnungs- und verteilungspolitisch skandalöse Kopfpauschale von Gesundheitsminister Rösler, aber auch weiterhin um den Erhalt von Beschäftigung und Arbeitseinkommen. Die Krise ist noch nicht vorbei.
Aktuelles zur Finanzpolitik
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Vom 30.8.2010 bis zum 3.9.2010 - Fraktion vor Ort: Tour der erneuerbaren Energien
DIE LINKE im Bundestag, Landesgruppe Sachsen
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Sächsischer Landtag: Haushalt ist konzeptionslos, ideenlos, verantwortungslos
Rede des Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. André Hahn, zur 1. Lesung des Doppelhaushaltes 2011/2012
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4,29 Millionen Arbeitslose - Zeit zu handeln statt zu tricksen
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Die Krise ist noch nicht überwunden
Der Wiener Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister in DGB-einblick 14/10
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Überhöhte Tarife für Frauen in der privaten Krankenversicherung
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Harald Weinberg, Dr. Martina Bunge, Inge Höger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
Aktuelles zur Wirtschaftspolitik
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Sparpaket ist Gefahr für Demokratie und Aufschwung
„Diese Regierung ist eine Gefahr für die Demokratie und den wirtschaftlichen Aufschwung“, kommentiert Michael Schlecht den bevorstehenden Kabinettsbeschluss zum Sparpaket der Bundesregierung. „Würde die Regierung...
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Bundesbank darf kein Staat im Staate sein
„Die Causa Sarrazin ist eine Causa Bundesbank“, befindet Michael Schlecht, Chefvolkswirt der Linksfraktion im Bundestag und Parteivorstandsmitglied der LINKEN und fordert eine Unterstellung der Bundesbank unter demokratische...
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Bankenabgabe ist Betrug am Steuerzahler
„Die Bankenabgabe wird die Steuerzahler weder schützen noch entschädigen. Sie ist eine unzureichende Versicherung gegen zukünftige Finanzkrisen. Die Bundesregierung tut aber nichts, um neue Krisen...










